Journey through paradise
Margaret River Surfcontest, 15.-21.März 2010 (WA)

"Drug Aware Pro", Margaret River  


 

Immense Wellen, traumhafte Sandsteinkueste und Sonnenuntergaenge ueber dem Meer- all das gibt es hier in Westaustralien in unbegrenzter Menge! Und genau in diesem australischen Staat, genauer im Surferparadies der Westkueste, Margaret River, werde ich momentan Zeuge des alljaehrlichen Wettbewerbs im Wellenreiten auf Weltniveau.

Abgesehen von der eher unpopulaeren deutschen Meisterchaft im Surfen bin ich als surfbegeisterte Deutsche zuvor auf keinem weiteren Wettkampf gewesen, geschweige denn einem vom Niveau des diesjaehrigen “DrugAwarePro”. Und was die groessten Namen im Surfen den Zuschauern am Strand in den letzten Tagen geboten haben macht mich schier sprachlos: Wellen mit artistischer Leichtigkeit zu reiten, die man schon weit draussen auf dem Ozean als unschuldige Woelbungen im Indischen Ozean ausmachen kann und, die sich dann zu haushohen Waenden aufbaeumen, die an die Kueste rollen und die gesamte Zuschauermenge laut nach Atem schnappen lassen.

                 Als Surfanfaengerin ist es fuer mich beeindruckend zu sehen, was man als professioneller Surfer auf sich nehmen muss: Wenn man vom sicheren Land aus schon von Weitem sagen kann, dass das naechste Wellen-Set fuenffach ueberkopf gross sein wird, sinkt das Herz aus Mitgefuehl fuer die lediglich als kleine Punkte auszumachenden Surfer. Doch diese Wellenreiter haben wahrscheinlich gelernt zu surfen, bevor sie Fahrradfahren konnten!

                  Es ist erstaunlich mit welcher Sicherheit sich alle Teilnehmer, egal ob 14 jaehrige Maedchen oder 30jaehrige Weltmeister, im Wasser bewegen. Und es macht mich regelrecht neidisch zu sehen, dass weder die angsteinfloessendste Welle des Tages, noch ein zerbrochenes Board, noch starke Stroemungen, noch fuer 10 Minuten gegen die unbesiegbare Kraft des Meeres anzupaddeln sie davon abhalten die tollsten Manoever in die Front der Welle zu schneiden. Und nach 30 Minuten haertestem Wettkampf im Wasser heist es dann trotzdem noch mit dem Board im Arm, triefendnass Interviews fuer die Reporter zu geben, den Schulkids die Muetzen zu signieren und am allerwichtigsten: Bei all dem immer freundlich zu laecheln.

Besonders bei dieser Veranstaltung, die Teil der Qualifikationsrunde fuer die Weltmeisterschaft ist, kann man den Stars des Wellenreitens unfassbar nahe kommen: Der amtierende Weltmeister, Mick Fanning, joggt ganz unberuehrt durch die Menge, bevor er sich in besagte Wellenbedingungen stuertzt. Einer der grossen Namen aus Brasilien hoert noch Musik auf seinem iPod und spricht am Strand ein Gebet. Und all das koennen die Zuschauer umsonst beobachten, den Vorbildern mit etwas Glueck die Hand schuetteln.

                    Das wohl beste Erlebnis ist definitiv das Finale der Maenner: Josh Kerr und der momentane Weltlistenfuehrer Taj Burrow, beide waschechte Aussies, leisten sich im Wasser fuer 35 Minuten einen fairen und die Menge begeisterden Wettkampf. Am lautesten sind die Jubelschreie und aufgeregten Pfiffe, als Josh Kerr eine Welle mit zwei unglaublichen 360Grad- Drehungen mit dem Board abreitet. Die Richter geben prompt die hoechst erreichbare Punktzahl, die in der gesamten Wettkampfwoche erzielt wurde, unglaubliche 10 Punkte. Die beiden Surfer in ihrem Element zu sehen und hautnah zu beobachten, dass sie genau wissen was sie tun ist schier inspirierend.

                       Allerdings wird die Veranstaltung von einer Sache ueberschattet, die mich regelrecht schockiert: Die Frauen, die gleich hochklassiges Surfen zeigen wie ihre maennlichen Mitstreiter, werden zum einen in die schlechteren Wellen abgedraengt, surfen an weniger Tagen und muessen sich damit abfinden, dass der Grossteil der Menge den Wettkampf verlaesst, sobald das Maennersurfen vorbei ist. Womit ist das gerechtfertigt, obwohl die Frauen und Maedchen aller Altersklassen genauso hart kaempfen, fragt man sich da als Surferin! Fuer das Frauenfinale am Sonntag, dem letzten Wettkampftag, interessiert sich nach der Kroenung des Gewinners am Samstag so gut wie niemand mehr. Innerhalb der naechsten Jahre koennte dank einiger vielversprechender weiblicher Jungtalente das Frauensurfen jedoch endlich den Respekt erobern, den es verdient

4.10.10 15:28
 


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